Techniken

RADIERUNG

Kaltnadel = wird mit der Radiernadel (ohne ätzen) in die Zink- oder Kupferplatte geritzt.

Strichätzung = Die Platte wird mit Asphaltlack abgedeckt und das Motiv mit der Radiernadel aufgezeichnet (geritzt). Dadurch wird die Asphaltschicht durch die Striche verletzt und im anschliessenden Salpeter- oder Eisenchloridbad geätzt. So entsteht eine einfache Strichzeichnung, die man mit weiteren Techniken kombinieren und vervollkommnen kann. Zum Beispiel: Die Asphaltschicht wird mit Terpentinölersatz sauber ausgewischt, dann wird  Schritt für Schritt wieder Lack aufgetragen, was hell bleiben muss zuerst, dann wird geätzt, nächste Stufe abdecken, dann wieder ätzen, bis die dunkelste Stufe, nach etwa 6 Farbabstufungen erreicht wird. Dann Platte sauber reinigen und für 1. Probdruck vorbereiten.
Dann kommt die grosse Überraschung!
Korrektur – Überarbeitung – Überarbeitung.

Aquatinta = Um Flächen mit helleren bis dunkleren Tönen zu erzielen, wird die Platte mit Kolophoniumpulver bestäubt und mittels Gasbrenner aufgeschmolzen, so dass die Kupferplatte durch das Aquatintakorn mit Asphaltlack wie Schleifpapier aussieht. Nur zwischen der punktweisen Abdeckung kann die Säure angreifen und Vertiefungen ätzen. Neben diesen Haupttechniken gibt es noch viele andere (Mezzotinto, Vernis mou usw.) – der Phantasie sind durch Mischtechniken keine Grenzen gesetzt.

Handdrucke = Die Radierblätter werden mit einem Schwamm durchnässt, dann zwischen zwei Glasplatten gelegt ca. 10 – 15 Std. liegen gelassen, bis sie die richtige gleichmässige Feuchtigkeit aufweisen. Druckplatte auf Elektroplatte erwärmen und dann die Druckerfarben mit Gummiroller in die Vertiefungen einwalzen, danach mit dem Handballen die überschüssige Farbe sorgfältig abwischen. Wenn der Druck gelingen soll, muss die Platte spiegelglatt gewischt werden, es darf nur noch ein feiner Film von der Farbe sein, also nicht zu wenig, nicht zu viel. Sonst gibt es Schmieren, Kleckse oder verwischte Stellen. Anschliessend kommt die Platte auf das feuchte Papier unter die handbetriebene Walze zum Druck. Für jeden Druck erfolgt die gleiche Prozedur. Dann werden die feuchten Blätter zwischen trockenen, saugfähigen Karton gelegt und beschwert, damit sie glatt bleiben. Jeden Tag werden sie wieder auf trockenen Karton umgebettet, bis sie ganz trocken sind. Das dauert etwa eine Woche.
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